Offener Brief an EU Umweltminister*innen: Stop the plastic flood!

Noch ein Mal in diesem Jahr treten die EU-Umweltminister*innen am 17. Dezember in Brüssel im Umweltrat zusammen. Das Treffen findet unter deutschem Vorsitz statt. Hier sollen u.a. die Ratsschlussfolgerungen zum EU-Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft abgestimmt werden.

Zu diesem Anlass übermittelte das zivilgesellschaftliche Bündnis „Wege aus der Plastikkrise“ gestern einen Offenen Brief an sämtliche EU Umweltminister*innen, unterstützt von vielen weiteren europäischen NGOs und #breakfreefromplastik. Der Brief enthält den eindringlichen Appell, sich auf EU-Ebene für eine konsequente Abfallvermeidung sowie für die Förderung von Mehrwegsystemen und der eines hochwertigen Recyclings einzusetzen. Denn die Probleme in Deutschland und den EU-Staaten ähneln sich: es werden immer mehr, teilweise giftige, Einwegverpackungen und -produkte in Verkehr gebracht, Wiederverwendung spielt nur eine untergeordnete Rolle und ein hochwertiges Recycling kommt nicht in Fahrt. Auf globaler Ebene bedürfe es zudem eines starken UN Plastik-Abkommens.

Links:

Forderungskatalog des Bündnisses „Wege aus der Plastikkrise“ als Kurzbroschüre und in ausführlicher Fassung.

www.exit-plastik.de

Mythen und Fakten zur Plastikkrise

Wir befinden uns mitten in der Plastikkrise: Plastik killt unser Klima, überflutet unsere Umwelt und schädliche Zusatzstoffe gefährden unsere Gesundheit.

Verschiedene Mythen prägen die öffentliche Wahrnehmung dieses Rohstoffs und seiner Problematik. Diese reichen von „Das ist doch nicht unser Müll“ über „Das wird alles recycelt“ bis hin zu „Plastik ist längst verboten“. Geschickt lenken Plastikproduzenten von ihrer Verantwortung ab und schieben sie auf das Konsum- und Entsorgungsverhalten der Verbraucher*innen.

In ihrem sehr lesenswerten Kommentar „Das Märchen vom guten Plastik„, welcher zuerst bei Zeit.Wissen erschienen ist, räumt Barbara Unmüßig mit diesen Mythen auf und setzt ihnen die echten Fakten entgegen. „Der Rohstoff Plastik war ein Symbol für Fortschritt und Modernität. Heute steht er für eine Industrie, die dem Profit alles unterordnet, auch wenn die Welt daran zugrunde geht“, so Unmüßig. Sie zeigt auf, welche Maßnahmen wirklich nötig sind, um die Plastikkrise zu lösen.

Links:

Kommentar „Das Märchen vom guten Plastik„, 02. November 2020 von Barbara Unmüßig

Diskussion zum Thema „Der Lebenszyklus von Plastik neu betrachtet“  mit einer Vertreterin der Rewe Group und von Frosch.

Forderungen der deutschen Zivilgesellschaft zur Lösung der Plastikkrise: www.exit-plastik.de (hier auch als Kurzbroschüre im PDF-Format)

Offener Brief an Umweltministerin Schulze: Plastikflut stoppen

Anlässlich des Treffens der EU-Umweltminister*innen am 23. Oktober in Luxemburg, welches unter deutschem Vorsitz stattfindet, veröffentlichte das zivilgesellschaftliche Bündnis „Wege aus der Plastikkrise“ heute einen Offenen Brief an Bundesumweltministerin Svenja Schulze. In dem Brief fordert das Bündnis aus namhaften deutschen Umwelt- und Gesundheitsorganisationen sich während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft entschieden gegen immer größer werdende gesundheits- und umweltgefährdende Plastikmüllberge einzusetzen.

Abfallberge in der EU und in Deutschland erreichen jedes Jahr neue Rekordwerte. Deutschland gehört dabei zu den traurigen EU-weiten Spitzenreitern im Verursachen von Verpackungsmüll. Die Probleme in Deutschland und den EU-Staaten ähneln sich: es werden immer mehr, teilweise giftige, Einwegverpackungen und -produkte in Verkehr gebracht, Wiederverwendung spielt nur eine untergeordnete Rolle und ein hochwertiges Recycling kommt nicht in Fahrt.

Angesichts dieser Tatsachen appelieren die Unterzeichner*innen des Briefes an die Ministerin: „Um die Plastikkrise zu lösen, muss die Produktion von Einwegplastik drastisch reduziert werden. Produkte und Verpackungen müssen die Erfordernisse für eine schadstofffreie, klima- und ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft erfüllen. Setzen Sie sich deshalb auf nationaler und europäischer Ebene für eine konsequente Abfallvermeidung sowie die Förderung von Mehrwegsystemen und eines hochwertigen Recyclings ein. Sorgen Sie auch auf internationaler Ebene für die Entwicklung eines starken UN Plastik-Abkommens. Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft bietet eine große Chance die genannten Maßnahmen zügig voranzubringen.“

Links:

Offener Brief des Bündnisses „Wege aus der Plastikkrise“ an Bundesumweltministerin Svenja Schulze

PressemitteilungOffener Brief an Umweltministerin Schulze: Zivilgesellschaftliches Bündnis fordert entschiedenes Handeln gegen Plastikmüll während der EU-Ratspräsidentschaft

Forderungskatalog des Bündnisses „Wege aus der Plastikkrise“ als Kurzbroschüre und in ausführlicher Fassung.

www.exit-plastik.de