Für saubere Ozeane ohne Plastikmüll: Mitmachen beim World Water Run

(c) Andreas Grenacher

Der „Wert des Wassers“ ist in diesem Jahr am 22. März das Motto des Weltwassertages, zu dem die Vereinten Nationen aufrufen. Es wirft die Frage auf, was bedeutet Wasser für dich und wie sollten wir damit umgehen?

Das Team von Bundesverband Meeresmüll-Mitglied Bye Bye Plastik Sylt nimmt an dem 7-tägigen virtuellen Lauf um die Welt (World Water Run) teil und möchte damit den Dialog über den Wert von sauberem Wasser für alle anregen.

Beim World Water Run zwischen dem 16. und 22. März soll gemeinsam mit allen Teilnehmenden eine Strecke von insgesamt 40075 Kilometer (als praktisch einmal um die Welt) erreicht werden. Deutschlandweit sind alle Interessierten herzlich dazu eingeladen, am virtuellen World Water Run teilzunehmen und bei diesem wichtigen Thema mitzuhelfen. Aufgrund der aktuellen Corona-Bestimmungen dürfen derzeit leider keine aktiven Veranstaltungen stattfinden.

Das Team von Bye Bye Plastik Sylt wird mit einem Fünf-Kilometer-Lauf von Strand Dikjen Deel bis zur Westerländer Strandpromenade symbolisch zu diesem Lauf um die Welt beitragen, um damit zu bekräftigen, dass saubere Ozeane ohne Plastikmüll wichtig für uns alle ist. 

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Deutschland exportiert Plastikmüll – oeoo sammelt ihn ein

(c) One Earth – One Ocean e.V.

Größtes Müllsammelprojekt Brasiliens in Rio de Janeiro

München-Garching/Rio de Janeiro, 05. März 2021 – Die Umweltorganisation One Earth – One Ocean e.V. (oeoo) hat in enger Kooperation mit zwei lokalen Fischergemeinschaften die größte Müllsammelaktion in der Geschichte Brasiliens durchgeführt. Bei einem zweitägigen „Cleanup“ sammelten 220 Freiwillige knapp 19 Tonnen Müll. Nach der Sortierung werden alle recycelbaren Stoffe der Wiederverwertung zugeführt. Zukünftig sollen monatliche Cleanups dafür sorgen, die Müllflut zu reduzieren. Zudem bieten Sie den Fischern eine Einkommensmöglichkeit.

Rio de Janeiro hat als Megacity mit enormen Müllproblemen zu kämpfen. Die Gewässer vor der Millionenmetropole sind extrem verschmutzt – vor allem durch Plastikmüll. Während der Traumstrand Copa Cabana direkt an der Atlantikküste gereinigt wird und die Strömung den Plastikmüll beseitigt, ist die große Guanabara-Bucht, wo knapp 8,6 Millionen Menschen leben, eher ein Binnengewässer und dient als Müllhalde der Metropolregion. Hier sammeln sich seit Jahren enorme Mengen an Unrat, Schadstoffen sowie ungeklärten Abwässern. Plastikmüll staut sich auf, und nicht funktionsfähige Kläranlagen führen dazu, dass 18.000 Liter Abwasser pro Sekunde in die Bucht fließen. Schon zur Fußball-WM 2014 und den Olympischen Spielen 2016 in Rio wurde versprochen, sich um die Umweltprobleme zu kümmern, passiert ist seither so gut wie nichts. Wissenschaftler brasilianischer Forschungsinstitute sehen in der Verschmutzung inzwischen eine Bedrohung für Mensch und Natur und schätzen das Ausmaß an Krankheiten, die bei Kontakt mit dem Wasser der Guanabara–Bucht übertragen werden, als gefährlich hoch ein.

oeoo im Kampf gegen den Müll

Die Münchner Umweltorganisation One Earth – One Ocean e.V. (oeoo) widmet sich der Beseitigung von Plastikmüll aus den Gewässern weltweit. Deutschland ist laut Statistischem Bundesamt Europameister im Plastikmüllexport. Im Frühjahr 2020 wurde oeoo in Brasilien offiziell als eigenständige NGO anerkannt, was die Arbeit dort sehr erleichtert. Im Dezember letzten Jahres fand schließlich Brasiliens größte Cleanup-Aktion aller Zeiten statt. In Kooperation mit zwei lokalen Fischergemeinschaften der Kolonie Z-10 und diversen anderen Umweltgruppen vor Ort sammelten an diesem Tag über 220 freiwillige Helfer knapp 19 Tonnen Müll ein. Dabei handelte es sich nicht nur um Plastikmüll, sondern um sämtlichen Abfall, der gefunden wurde.

Das eingesammelte Material wurde sortiert, gewogen und, soweit möglich, umweltgerecht entsorgt. Daran arbeiteten zwei Teams á fünf Helfer insgesamt 20 Tage. Etwa zehn Tonnen konnten dem Recyclingpartner Geocycle zugeführt werden, drei Tonnen nicht wiederverwertbarer Waschmaschinen, Reifen oder TV-Geräte kommen auf eine sichere Deponie.

“Tag für Tag werden 90 Tonnen Abfall in die Gewässer der Guanabara-Bucht gekippt. Das Bewusstsein der Bevölkerung sowie der dort tätigen Unternehmen für dieses tägliche Verbrechen an der Umwelt muss unbedingt geschärft werden”, erklärt Laura Kita Kejuo, Direktorin von oeoo in Brasilien. „Wir wollen dem öffentlichen und privaten Sektor sowie der Bevölkerung im Allgemeinen zeigen, wie viel Müll man an nur einem oder zwei Tagen sammeln kann – dass es mit Kooperationen und koordinierten Anstrengungen möglich ist, die Bucht gemeinsam zu säubern.“

Zukünftig möchte oeoo zusammen mit seinen Helfern bei regelmäßigen Cleanups monatlich etwa fünf Tonnen Abfälle einsammeln und verwerten. Für die Fischer ist das ein willkommener Nebenerwerb, da der Fischfang in dem verschmutzten Gewässer kaum noch lohnend ist. Gleichzeitig beabsichtigt das oeoo-Team, die Projekte zur Umwelterziehung zu vertiefen und die Partnerschaften mit anderen NGOs und Forschungsinstituten in der Region zu stärken.

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Seit der Pandemie erzeugen wir mehr Müll

Dies fand eine internationale Studie, an der insgesamt 23 Länder beteiligt waren heraus. Koordinierte wurde die Studie von Prof. Dr. Dr. Walter Leal, Leiter des Forschungs- und Transferzentrum „Nachhaltigkeit und Klimafolgenmanagement“ an der HAW Hamburg.

Analysiert wurden der Konsumverbrauch und das Abfallaufkommen seit der COVID-19-Pandemie. Es zeigte sich, dass sich die Gewohnheiten von Verbrauchern während der Pandemie verändert hatten. Die Lockdowns führten zu einem höheren Konsum von verpackten Produkten und von „Take Away Essen“. 45 bis 48 Prozent der Befragten gaben an, einen erhöhten Konsum von verpackten Lebensmitteln, frischen Lebensmitteln und Lebensmittellieferungen zu haben.

Einer der Hauptgründe für den vielen Müll ist die Tatsache, dass die Menschen mehr Zeit zu Hause verbringen. Normalerweise beträgt das Abfallaufkommen in Deutschland im Durchschnitt 457 Kilogramm pro Kopf, doch seit der Pandemie stiegen Lebensmittelabfälle und Plastikverpackungen von 43 und 53 Prozent.

Die Ergebnisse der Studie liefern Stadtverwaltungen nun nützliche Erkenntnisse über Verbrauchsmuster in Notfallsituationen. So können strategische Maßnahmen schneller ergriffen werden, um die Auswirkungen zukünftiger Pandemien besser eindämmen zu können.

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Politischen Entscheidungsträger*innen und Unternehmen zeigen, dass wir mehr Mehrwegsysteme brauchen – jetzt bei der EU weiten #WeChooseReuse Kampagne von Break Free From Plastik mitmachen!

  • Hier als Einzelperson oder NGO das #WeChooseReuse Commitment der gleichnamigen EU-Kampagne unterschreiben.
  • Hier als Unternehmen das bereits auf Mehrweglösungen setzt den Offenen Brief „Businesses for Reuse“ zeichnen und an politische Entscheidungsträger*innen appelieren, Mehrweg noch stärker auszubauen. (Deutsche Übersetzung am Ende der Seite)

Umweltministerin stellt überarbeitetes Verpackungsgesetz vor

In dieser Woche hat Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) im Kabinett die Überarbeitungen des Verpackungsmüllgesetzes vorgestellt. Die Änderungen sollen die Maßgaben der 2018 verabschiedeten EU-Einwegplastikrichtlinie umsetzen. Ziel der Einwegkunststoffrichtlinie ist es, die Auswirkungen bestimmter Kunststoffprodukte auf die Umwelt zu verringern.

Unter anderem sind eine Pflicht für das Angebot von Mehrwegverpackungen beim Verkauf von „to go“-Essen und -Getränken, eine Ausweitung des Einwegpfands auf fast alle Plastikflaschen aus PET und sämtliche Aluminium-Dosen ab 2022 vorgesehen sowie der verpflichtende Einsatz einer bestimmten Menge an recyceltem Kunststoff bei der Herstellung von PET-Flaschen (25 Prozent ab 2025).

Umweltverbände kritisieren, dass das novellierte Verpackungsgesetz noch zu viele Ausnahmen von der Mehrwegpflicht enthält. So soll beispielsweise Milch in PET-Flaschen von der Pfandpflicht ausgenommen werden. Außerdem gebe es zu wenig Anreize, damit Mehrweglösungen sich tatsächlich durchsetzen können.

Als Nachbeserungen fordert die Deutsche Umwelthilfe eine Lenkungsabgabe von mindestens 20 Cent für to-go-Becher und Essensboxen aus Einwegplastik, die gezielt zur Förderung von Mehrwegsystemen eingesetzt werden soll. Außerdem die konsequente Bepfandung aller Einwegplastikflaschen, inklusive Milch-Plastikflaschen, sowie die Befandung von Getränkekartons, welche noch zu häufig in der Umwelt landen.

Der BUND hält den verpflichtenden Einsatz einer höheren Menge an recyceltem Material bei der Herstellung von Einweg-Plastikflaschen für realistisch (40 statt 25 Prozent bis 2025). Ähnliche Festlegungen müssen nach Ansicht des BUND für weitere Verpackungsbereiche erfolgen, beispielsweise Transportverpackungen wie Folien, Kanister, Eimer, Fässer und Paletten oder auch Pflanztöpfe.

Der Nabu hält die Einführung steuerlicher Begünstigungen für Mehrwegverpackungen für zielführend, um zur Nutzung von Mehrweglösungen zu motivieren. Mehrweg müsse immer die günstigere Alternative zu Einweg sein.

Nach Beschluss des Gesetzentwurfs im Kabinett am 20.1.2021 müssen nun Bundestag und Bundesrat über den Entwurf entscheiden.

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Politischen Entscheidungsträger*innen und Unternehmen zeigen, dass wir mehr Mehrwegsysteme brauchen – jetzt!

Offener Brief an EU Umweltminister*innen: Stop the plastic flood!

Noch ein Mal in diesem Jahr treten die EU-Umweltminister*innen am 17. Dezember in Brüssel im Umweltrat zusammen. Das Treffen findet unter deutschem Vorsitz statt. Hier sollen u.a. die Ratsschlussfolgerungen zum EU-Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft abgestimmt werden.

Zu diesem Anlass übermittelte das zivilgesellschaftliche Bündnis „Wege aus der Plastikkrise“ gestern einen Offenen Brief an sämtliche EU Umweltminister*innen, unterstützt von vielen weiteren europäischen NGOs und #breakfreefromplastik. Der Brief enthält den eindringlichen Appell, sich auf EU-Ebene für eine konsequente Abfallvermeidung sowie für die Förderung von Mehrwegsystemen und der eines hochwertigen Recyclings einzusetzen. Denn die Probleme in Deutschland und den EU-Staaten ähneln sich: es werden immer mehr, teilweise giftige, Einwegverpackungen und -produkte in Verkehr gebracht, Wiederverwendung spielt nur eine untergeordnete Rolle und ein hochwertiges Recycling kommt nicht in Fahrt. Auf globaler Ebene bedürfe es zudem eines starken UN Plastik-Abkommens.

Links:

Forderungskatalog des Bündnisses „Wege aus der Plastikkrise“ als Kurzbroschüre und in ausführlicher Fassung.

www.exit-plastik.de

Offener Brief an Umweltministerin Schulze: Plastikflut stoppen

Anlässlich des Treffens der EU-Umweltminister*innen am 23. Oktober in Luxemburg, welches unter deutschem Vorsitz stattfindet, veröffentlichte das zivilgesellschaftliche Bündnis „Wege aus der Plastikkrise“ heute einen Offenen Brief an Bundesumweltministerin Svenja Schulze. In dem Brief fordert das Bündnis aus namhaften deutschen Umwelt- und Gesundheitsorganisationen sich während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft entschieden gegen immer größer werdende gesundheits- und umweltgefährdende Plastikmüllberge einzusetzen.

Abfallberge in der EU und in Deutschland erreichen jedes Jahr neue Rekordwerte. Deutschland gehört dabei zu den traurigen EU-weiten Spitzenreitern im Verursachen von Verpackungsmüll. Die Probleme in Deutschland und den EU-Staaten ähneln sich: es werden immer mehr, teilweise giftige, Einwegverpackungen und -produkte in Verkehr gebracht, Wiederverwendung spielt nur eine untergeordnete Rolle und ein hochwertiges Recycling kommt nicht in Fahrt.

Angesichts dieser Tatsachen appelieren die Unterzeichner*innen des Briefes an die Ministerin: „Um die Plastikkrise zu lösen, muss die Produktion von Einwegplastik drastisch reduziert werden. Produkte und Verpackungen müssen die Erfordernisse für eine schadstofffreie, klima- und ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft erfüllen. Setzen Sie sich deshalb auf nationaler und europäischer Ebene für eine konsequente Abfallvermeidung sowie die Förderung von Mehrwegsystemen und eines hochwertigen Recyclings ein. Sorgen Sie auch auf internationaler Ebene für die Entwicklung eines starken UN Plastik-Abkommens. Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft bietet eine große Chance die genannten Maßnahmen zügig voranzubringen.“

Links:

Offener Brief des Bündnisses „Wege aus der Plastikkrise“ an Bundesumweltministerin Svenja Schulze

PressemitteilungOffener Brief an Umweltministerin Schulze: Zivilgesellschaftliches Bündnis fordert entschiedenes Handeln gegen Plastikmüll während der EU-Ratspräsidentschaft

Forderungskatalog des Bündnisses „Wege aus der Plastikkrise“ als Kurzbroschüre und in ausführlicher Fassung.

www.exit-plastik.de