Kartenprojekt zeigt Plastikdrift in den Ozeanen

Weltkarte

Wohin treibt es Kunststoff, der im Meer landet? Das Projekt „Plastic Adrift“ stellt die Bewegung von Plastikmüll und seiner Zerfallteile auf einer Weltkarte dar. Für einen Zeitraum von 10 Jahren simuliert ein Online-Tool auf der gleichnamigen Webseite die Verbreitung und Fortbewegung von einem fast beliebigen Startpunkt aus.

Hinter Plastic Adrift steht ein dreiköpfiges Forscherteam um den Ozeanographen Dr. Erik van Sebille von der Universität Utrecht. Ermöglicht werden die Simulation durch die langjährige Erforschung der Meeresströmungen mit Hilfe von kleinen Bojen, die sie während ihrer Reise über GPS-Signale verfolgten. So konnte mit den Daten aus über 30 Jahren ein Modell entwickelt werden. Interessantes Detail für Europäer: Plastikmüll im Mittelmeer verbleibt stets dort, da keine einzige Forschungsboje jemals die Meerenge von Gibraltar durchquert hat.

Die Hintergründe erklären die Forscher anschaulich in einem kurzen Video (englisch) – das auch auf die Thematik der großen Müllstrudel eingeht:

Die Daten stehen unter Open Source – Lizenz und können für weiterführende Projekte genutzt werden.

Quellen und mehr zum Thema:

PlasticAdrift.org (englisch)
Plastinography.org – anschauliche Lernseite von Dr. Erik van Sebille mit Grafiken und Videos zum Thema Kunststoff im Meer (englisch)

Grafik: Pixabay/ Clker-Free-Vector-Images

 

Delfine belastet: Weichmacher im Urin nachgewiesen

Großer Tümmler

In Europa darf DEHP seit 2015 nicht mehr ohne Zulassung verwendet werden. Darüber hinaus muss der Kunde informiert werden, wenn die Substanz in einem Artikel enthalten ist. Dies nützt den Atlantischen Großen Tümmlern wenig, die von Forschern des Sarasota Delfinforschungsprogramms unter die Lupe genommen wurden. Untersucht wurden Urinproben von Tieren aus der Sarasota-Bucht in Florida.

71 Prozent der Delfine hatten mindestens ein Abbauprodukt der Weichmacher im Urin, zumeist Monoethyl-Phtalat (MEP) und Mono-(2-Ethylhexyl)-Phthalat (MEHP). Letzteres entsteht beim Abbau von Diethylhexylphthalat (DEHP). Beide Stoffe überraschten das Team um Leslie B. Hart wenig, waren sie doch zuvor bereits in Miesmuscheln, Pazifischen Taschenkrebsen oder Riesenhaien nachgewiesen worden. Da Phtalate z.B. in Plastik keine chemische Verbindung eingehen, können sie über die Lebensdauer eines Produkts in die Umwelt freigesetzt werden. Während das MEP laut Hart vor allem aus mit Körperpflegeprodukten belasteten Abwässern stammen könnte, vermuten die Wissenschaftler Mikroplastik als Quelle des MEHP.

Beim Menschen vermutet man eine hormonelle Wirkung verschiedener Weichmacher, insbesondere die Einschränkung der Zeugungsfähigkeit. Bei Delfinen sind die Auswirkungen der Belastungen noch völlig unerforscht. Die gemessenen MEHP-Konzentrationen lagen allerdings in einem Bereich, der beim Menschen mit einer verringerten Zeugungsfähigkeit in Verbindung gebracht wird.

Quellen:
Bericht auf scinexx.de
Originalstudie (englisch)
Wikipedia-Eintrag zu DEHP

Foto: Pixabay/ skeeze

14. September: International Coastal Cleanup-Day 2018 in Eckernförde

Gruppenfoto Coastal Cleanup Day 2016 (Hamburg)

Auch in diesem Jahr nimmt der Bundesverband Meeresmüll e.V. an der Strandreinigung in Eckernförde anlässlich des International Coastal Cleanup-Day 2018 teil. Koordiniert wird die Aktion durch die Eckernförde Touristik & Marketing GmbH, die insbesondere örtliche Schulen im Rahmen der Umweltbildung für den Einsatz gewinnen möchte. Willkommen ist aber jede helfende Hand, sich

am Freitag, dem 14. September 2018 zwischen 10 und 13 Uhr

im Rahmen des International Coastal Cleanup-Days zu engagieren. Insgesamt sollen drei Kilometer Strand, eingeteilt in drei Abschnitte, gereinigt werden. Vor dem Hintergrund, dass die Strandabschnitte während der Saison regelmäßig maschinell gereinigt werden, wird ein besonderes Augenmerk dabei auf die Reinigung der Böschung gelegt.

Der International Coastal Cleanup-Day wird seit 1995 von der US-Organisation „Ocean Conservancy“ durchgeführt und soll auf den Grad der Verschmutzung der Gewässer mit Kunststoff weltweit – auch durch unachtsam weggeworfenen Müll in den reicheren Ländern – hinweisen. Menschen treffen sich weltweit jährlich am letzten Septemberwochenende, um an Ufern und Stränden von Flüssen, Seen und Meeren nach einem einheitlichen internationalen Schema zu sammeln, zu sortieren, zu zählen, zu wiegen und zu dokumentieren.

Im letzten Jahr waren in Eckernförde insgesamt 7 Schulen mit über 300 Schülern an der Aktion beteiligt.

Foto: Jens Petersen

Methan-Ausstoß beim Zerfall: Plastikmüll verstärkt Klimawandel

Plastikmüll am Kamilo Point auf Big Island - Copyright University of Hawaii

Als ob die Verschmutzung an sich nicht schon Problem genug wäre: Plastik in der Umwelt trägt laut Wissenschaftlern der Universität Hawai’i auch noch zum Klimawandel bei. Demnach setzen Kunststoffe bei ihrem Zerfall in kleinere Teile verschiedene Treibhausgase frei.

Allen voran Methan und Äthylen wiesen die Forscherin Sarah-Jeanne Royer (siehe Foto) und ihr Team nach. Getestet wurden gängige Plastiksorten wie Polypropylen (PP) und Polyethylen (PE). Die Emissionen nahmen dabei während der Beobachtungsdauer zu, was die Wissenschaftler auf die größere Oberfläche zurückführen. Bei Mikroplastik erwarten sie entsprechend noch höhere Werte als in der Studie. Eine Anschlussuntersuchung soll nun erstmals eine Einschätzung des Ausmaßes der globalen Emissionen liefern.

Sarah-Jeanne Royer stellt die Studie in einem kurzen Video (englisch) vor:

Quellen:
Studie, veröffentlicht in PLOS One
Mitteilung der Universität Hawai’i

Foto: Universität Hawai’i

Sommer, Hitze, „Plastiknotstand“

Hitzewelle und Dürre über Deutschland: Da freut man sich über jede Abkühlung in Seen, Flüssen und natürlich im Meer. Ein Video der Bucht von Santo Domingo, das derzeit im Netz kursiert, ruft uns in Erinnerung, das die globale Plastikverschmutzung auch in diesem heißen Sommer keine Pause macht. Es zeigt den Strand Montesinos in Hauptstadt des Urlaubslands Dominikanische Republik, die buchstäblich in Plastikmüll erstickt.

Veröffentlicht wurde die Sequenz von der amerikanischen NGO „Parley for the Oceans“ unter dem Titel „Notstand“. Parley führt derzeit mit lokalen Behörden und dem Militär (sic!) ein Projekt zur Reinigung durch. Über 500 ArbeiterInnen sind dabei im Einsatz, bereits über 1000 Tonnen Müll wurden aufgesammelt. Mit dem nächsten heftigen Regen dürfte sich das traurige Phänomen allerdings einmal mehr wiederholen. Besserung erhofft sich Parley daher erst von einem inselweiten Plan zur Vermeidung und zum Recycling von Plastikmüll.

Das vielfach geteilte und in den sozialen Netzwerken diskutierte Video hat auch Moby zu einer Reaktion veranlasst. Der Musiker, der sich zumeist kritisch zur Fleischindustrie und zum amerikanischen Präsidenten Donald Trump äußert, nimmt das Video gleich zum Anlass für einen Abgesang auf die Menschheit. Weniger pessimistisch ist Parley – doch auch die Organisation rechnet mit einem „Plastic Tipping Point“, der in den nächsten Jahren erreicht werden könnte.

Quelle:
Parley for the Oceans, Projekt in der Dominikanischen Republik

Foto: Pixabay / RonnyK

Crowdfunding für die schwimmende Plastikfilter-Plattform

Pacific Garbage Screening

Kunststoff und Kunststoffkpartikel aus dem Wasser filtern – ohne Netze und somit ohne Fische und andere Meereslebewesen zu gefährden. Die Vision des Konzepts Pacific Garbage Screening: Mit Hilfe eines passiven Sedimentierungsprinzips die Weltmeere vom Kunststoff zu befreien. Große schwimmende Plattformen beruhigen dazu die Strömung, so dass Kunststoffpartikel mit einer geringeren Dichte als Wasser von alleine aufsteigen. An der Oberfläche sollen die Teilchen dann gesammelt und abgeschöpft werden.

Pacific Garbage Screening (PGS) geht zurück auf die Masterarbeit von Marcella Hansch. Bei der Aachener Architektin weckten plastiklastige Urlaubserlebnisse das Feuer für die Thematik. So arbeitete sie sich in weitere relevante Gebiete wie Strömungstechnik oder Kunststoffherstellung ein und entwickelte in ihrer Abschlussarbeit den Grundstein für PGS. Mittlerweile ist ein gleichnamiger Verein entstanden, in dem sich zahlreiche Menschen verschiedener Fachrichtungen für das Projekt engagieren. Auch der Bundesverband Meeresmüll gehört zu den Kooperationspartnern.

Auch für die Verwertung der so gesammelten Kunststoffteilchen haben Marcella Hansch und ihre Mitstreiter bereits Ideen. Mittels Vergasung könnte Energie für den Betrieb der Plattform gewonnen werden. Das entstehende CO2 wird Algen, die auf der Wasseroberfläche der Plattform gezüchtet werden, zugeführt.

Um die vielen Ideen und Pläne in die Umsetzung zu bringen, hat das komplett ehrenamtliche Team nun eine große Crowdfunding-Kampagne aufgesetzt. Erste Vollzeitstellen, Hiwi-Stellen, Modellversuche und Anschubstipendien für Forschung und Entwicklung sollen zu einem ersten Prototypen für Flussmündungen führen. Bis zum 15.07. kann die Kampagne mit Beträgen von 5€ bis 10.000€ unterstützt werden.

Zur Crowdfunding-Kampagne
Zur Seite von Pacific Garbage Screening

Grafiken: Pacific Garbage Screening

 

Verhaltener Beifall für EU-Richtlinie

Plastik-Strohhalme

Die Pläne der EU-Kommission zur Verringerung von Plastikmüll in den Meeren sind auf moderate Zustimmung gestoßen. Ausgehend von zehn Einwegprodukten aus Kunststoff, die am häufigsten an den Stränden Europas und in den Meeren gefunden wurden, hatte die Kommission eine Reihe von Vorschlägen unterbreitet, die nun EU-Parlament und dem Europäischen Rat zur Annahme vorliegen. Außerdem sind Fischfanggeräte Gegenstand des Maßnahmenpakets:

Ein Verbot ist vorgesehen für Wattestäbchen, Besteck, Teller, Trinkhalme, Rührstäbchen und Luftballonstäbe aus Kunststoff. Nur noch eingeschränkt zulässig bleiben sollen Einweggetränkebehälter, die Kunststoff enthalten. Eine nicht näher bezifferte Verbrauchsminderung von Lebensmittelverpackungen und Getränkebechern aus Kunststoff soll durch die Mitgliedstaaten sichergestellt werden. Hersteller zahlreicher Kunststoffprodukte (z.B. Tüten, Getränkeflaschen und Zigarettenstummel) sollen in eine erweiterte Verpflichtung für Abfallbewirtschaftung und Säuberung der Umwelt genommen werden, gleichzeitig aber Anreize erhalten, für diese Produkte weniger umweltschädliche Alternativen zu entwickeln. Zudem soll bei Einweg-Getränkeflaschen aus Kunststoff bis 2025 eine Sammelquote von 90 % erreicht werden. Für Fischfanggeräte mit Kunststoff sollen Systeme der Herstellerverantwortung etabliert werden.

Der BUND begrüßte die Vorschläge, forderte neben deren rascher Umsetzung jedoch auch Vorgaben zu in Plastikprodukten enthaltenen Schadstoffen wie Bisphenol A. Der WWF Deutschland bezeichnete den Vorstoß als „notwendigen Feuerwehreinsatz“, der aber nur die Spitze des Eisbergs treffe. Die Organisation fordert insbesondere ein globales „Paris-Abkommen für den Ozean“. Der NABU veröffentlichte anlässlich der EU-Vorschläge Zahlen zum Kunststoffverbrauch im Bereich von Einweggeschirr, -besteck und To-Go-Verpackungen. Der Verbrauch lag demnach 2017 in Deutschland bei 105.524 Tonnen. Trotz Zustimmung für die Maßnahmen im Sinne eines ersten Schritts warnte der NABU vor Verlagerungseffekten von Einweg-Kunststoff auf beispielsweise Einweg-Papier und plädierte für ein materialunabhängiges Mehrweg-Gebot. Der Verband der Kunststoffindustrie Plastics Europe wertete die Vorschläge der EU-Kommission zum Aufbau einer Kreislaufwirtschaft als Schritt in die richtige Richtung und warnte gleichzeitig vor Verboten.

Quellen:
Pressemitteilung der EU-Kommission
Pressemitteilung des BUND
Pressemitteilung des NABU Deutschland
Pressemitteilung von Plastics Europe
Pressemitteilung des WWF Deutschland

Foto: Pixabay / Bilderjet

Hoffnungsvoller Zufallsfund: Forscher verbessern plastikverarbeitendes Enzym

Bereits 2016 fanden japanische Forscher auf einer Mülldeponie ein Bakterium, das durch spontane Mutation die Fähigkeit erlangt hatte, sich von Polyethylenterephthalat (PET) zu ernähren. Angesichts der Massen an PET-Flaschen tat sich dem Bakterium somit eine große „ökologische“ Nische auf, die es sich mittels eines völlig neuartigen Enzyms selbst schuf.

Ein 21köpfiges Forscherteam der britischen Universität Portsmouth und des Labors für erneuerbare Energien des US-Energieministeriums hat das Bakterium, insbesondere das entscheidende Enzym PETase, nun näher erforscht. Bei der Untersuchung veränderten die Wissenschaftler das Enzym, um seine Entstehung besser zu verstehen. Dabei entstand jedoch „aus Versehen“ eine verbesserte Version des Enzyms.

Noch ist die absolute Abbauleistung der PETase-Varianten geringt, doch die Arbeit des Forscherteams öffnet den Weg für weitere Verbesserungen – und langfristig möglicherweise einen industriellen Einsatz. Dies hält John McGeehan, Professor in Portsmouth und führender Kopf bei der Untersuchung, für möglich. Sein Team setzt die Forschungen fort.

Da PET und weitere Kunststoffe global in großen Mengen und lokal geballt vorhanden sind, ist es durchaus möglich, dass das japanische Bakterium kein Einzelfall bleibt.

Quellen:
Studie in der Fachzeitschrift „Proceedings of the American Academy of Sciences“ (PNAS)
Bericht im Standard
Studie zum Fund des Bakteriums in 2016 in Science (englisch)

Foto: Wikilmages / Pixabay

 

Kunststoffen rundum ausgesetzt: Treffender Kommentar im Guardian

Die Verschmutzung der Umwelt durch Plastik ist kein neues Thema, Bilder von vermüllten Stränden und verendeten Meerestieren sind nicht unbekannt. Ein jüngst in der britischen Zeitung „The Guardian“, bekannt u.a. durch die Spionageaffäre rund um Edward Snowden, erschienener Kommentar rückt angesichts der Debatte um ein Recyclingsystem für Plastikflaschen auf der Insel die Gesamtbelastung mit Plastik im Alltag in den Vordergrund.

Bekanntermaßen ist Plastik aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Die Erscheinungsformen variieren dabei – neben bekannten Formen wie Plastiktüten, Verpackungen und Folien sind Kunststoffe auch z.B. in Kosmetika enthalten und wenn wir allein auf unsere Gebrauchsgegenstände in Büro und Küche blicken, wird uns ihre Allgegenwärtigkeit deutlich. John Vidal, früher als Umweltredakteur beim Guardian tätig, bringt das gesamte Ausmaß, in dem Menschen heutzutage Kunststoffen ausgesetzt sind, besonders deutlich auf den Punkt:

Plastic is now ubiquitous, insidious and impossible to avoid. It makes up our clothes, containers, bottles, electronics, food trays, cups and paints. Our cars depend on it, so do our computers, roofs and drain pipes. It’s the global packaging material of choice. We sleep on it, wear it, watch it, and are in direct bodily contact with it in one form or other all day and night.“

John Vidal, früherer Umweltredakteur des Guardian – Courtesy of Guardian News & Media Ltd

Bekanntermaßen zerfällt Makroplastik unter diversen Umwelteinflüssen zu Mikroplastik (der Bereich des Nanoplastiks ist noch völlig unerforscht). Wie wir an verschiedenen Stellen berichtet haben, findet sich Mikroplastik mittlerweile in allen möglichen Substanzen (etwa Mineralwasser, Leitungswasser) und Umgebungen (z.B. Tiefsee). Wie auch die jüngste Studie zur Plastikbelastung deutscher Flüsse noch einmal festhielt, sind die Auswirkungen von Plastik auf Organismen (darunter der Mensch) noch nicht erforscht. Erwiesen ist jedoch, dass Mikroplastik andere Schadstoffe bindet – im Vergleich zu umliegenden Sediment maßen Forscher der HAW Hamburg eine drei- bis vierfach höhere Belastung. Die über die Nahrungskette wiederum auch beim Menschen angelangt.

John Vidals Schlussfolgerung: Die Menschheit ist an einem Punkt angekommen, an dem punktuelle Aktionen wie ein Verbot von Plastiktüten nicht mehr ausreichen. Er fordert von seiner Regierung einen „umfassenden Plastikaktionsplan“. Und ebenso wie die Kunststoffverschmutzung bereits ein globales Problem ist, sollte auch diese Forderung am besten zügig und auf globaler Ebene aufgegriffen werden.

Zum kompletten Kommentar im Guardian (englisch)

 

Foto: Pixabay/ pasja1000

Wasserqualität in Plastikflaschen durch Plastikpartikel beeinträchtigt

Mineralwasser gehört weltweit zur täglichen Grundversorgung. Nun hat eine Studie ergeben, dass Mikroplastikpartikel in beinahe jeder untersuchten Plastikmineralwasserflasche entdeckt wurden. Die Nonprofit-Journalismus-Organisation „Orb Media“, mit Sitz in Washington D.C., hat gemeinsam mit der State University of New York eine Studie veranlasst, bei der mehr als 250 Wasserflaschen von elf führenden Wasser-Marken untersucht wurden. Die Flaschen stammten aus 19 unterschiedlichen Standorten, in neun Ländern, von fünf Kontinenten, dabei waren die USA, Brasilien, China, Indien, Indonesien, Kenia, Mexiko, Thailand und der Libanon. Unter anderem wurden Marken, wie Gerolsteiner, Evian, St. Pellegrino und Aquafina in der Analyse berücksichtigt.

Die Untersuchungen ergaben, dass in 93% der analysierten Proben Plastikrückstände nachgewiesen werden konnte. Wissenschaftler konnten eine Belastung des Wassers durch Polypropylen, Nylon und Polyethylenterephthalat (PET) feststellen.

Die Ergebnisse in konkreten Zahlen:

  • Bei einer Partikelgröße von etwa 0,1 Millimeter konnte eine Belastung von 10,4 Plastikpartikeln pro Liter festgestellt werden.
  • Noch kleinere Partikel konnten mit einer Menge von durchschnittlich 314,6 Partikeln pro Liter nachgewiesen werden.

Bisher hat die Forschung noch keine konkreten Informationen darüber, welchen Effekt Mikroplastik auf den menschlichen Organismus hat. Bei Meerestieren, wie Muscheln, Würmern und Fischen konnte jedoch nachgewiesen werden, dass ein Zusammenhang besteht zwischen Mikroplastik im Organismus und physiologischen Störungen, sowie Tumoren.

Die Studie, die von Orb Media in Auftrag gegeben wurde, ist nicht die erste. Bereits vor einigen Monaten hatte die Universität Münster Wasserproben aus Plastik- und Glasflaschen untersucht. Auch hier konnte ein Mikroplastikgehalt in den jeweiligen Proben sichergestellt werden.

Das Ergebnis ist erschreckend und regt zum Nachdenken an. Die Studie macht noch einmal deutlich, wie stark das Mikroplastikproblem in unserem Alltag Einzug erhält. Doch jeder Einzelne kann das Problem angehen und eigene Maßnahmen zur Vermeidung von Mikroplastik ergreifen.

Die Website von Utopia bietet einen Überblick mit Tipps für den Alltag:
Ratgeber verstecktes Mikroplastik
Unterwegs kostenlos Leitungswasser abfüllen (Hamburg)

Quellen:
Bericht bei Utopia.de
Untersuchungsbericht von Orb Media

Foto: Pixabay / congerdesign