Offener Brief an Umweltministerin Schulze: Plastikflut stoppen

Anlässlich des Treffens der EU-Umweltminister*innen am 23. Oktober in Luxemburg, welches unter deutschem Vorsitz stattfindet, veröffentlichte das zivilgesellschaftliche Bündnis „Wege aus der Plastikkrise“ heute einen Offenen Brief an Bundesumweltministerin Svenja Schulze. In dem Brief fordert das Bündnis aus namhaften deutschen Umwelt- und Gesundheitsorganisationen sich während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft entschieden gegen immer größer werdende gesundheits- und umweltgefährdende Plastikmüllberge einzusetzen.

Abfallberge in der EU und in Deutschland erreichen jedes Jahr neue Rekordwerte. Deutschland gehört dabei zu den traurigen EU-weiten Spitzenreitern im Verursachen von Verpackungsmüll. Die Probleme in Deutschland und den EU-Staaten ähneln sich: es werden immer mehr, teilweise giftige, Einwegverpackungen und -produkte in Verkehr gebracht, Wiederverwendung spielt nur eine untergeordnete Rolle und ein hochwertiges Recycling kommt nicht in Fahrt.

Angesichts dieser Tatsachen appelieren die Unterzeichner*innen des Briefes an die Ministerin: „Um die Plastikkrise zu lösen, muss die Produktion von Einwegplastik drastisch reduziert werden. Produkte und Verpackungen müssen die Erfordernisse für eine schadstofffreie, klima- und ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft erfüllen. Setzen Sie sich deshalb auf nationaler und europäischer Ebene für eine konsequente Abfallvermeidung sowie die Förderung von Mehrwegsystemen und eines hochwertigen Recyclings ein. Sorgen Sie auch auf internationaler Ebene für die Entwicklung eines starken UN Plastik-Abkommens. Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft bietet eine große Chance die genannten Maßnahmen zügig voranzubringen.“

Links:

Offener Brief des Bündnisses „Wege aus der Plastikkrise“ an Bundesumweltministerin Svenja Schulze

PressemitteilungOffener Brief an Umweltministerin Schulze: Zivilgesellschaftliches Bündnis fordert entschiedenes Handeln gegen Plastikmüll während der EU-Ratspräsidentschaft

Forderungskatalog des Bündnisses „Wege aus der Plastikkrise“ als Kurzbroschüre und in ausführlicher Fassung.

www.exit-plastik.de

Wir können nicht ewig aufräumen – Hersteller müssen Verantwortung übernehmen!

Wir stehen auf der Seite von Little Jimmy!

Am Samstag, 19. September 2020, vereinte sich die Welt zum World Cleanup Day. Wir haben am Strand in Eckernförde rund 29 kg Müll gesammelt und die Marken der Hersteller dokumentiert. Vor allem Kippen und Einwegplastik-Verpackungen waren darunter.

Doch wir sollten und wollen nicht ewig aufräumen! Es ist an der Zeit, dass die Industrie und die globalen Unternehmen Verantwortung für ihren endlosen Strom an Einwegplastik übernehmen. #NewPlasticNarrative

Plastik muss der Quelle zu reduziert werden. Das Video von The Animation Workshop und Plastic Change erzählt die Geschichte der Verantwortung die den Unternehmen zukommt.

Für ein echtes Verbot von Einwegplastik – Jetzt Petition unterschreiben!

Jetzt Petition unterschreiben und teilen: https://act.wemove.eu/campaigns/einwegplastik-stoppen

Einwegplastik überschwemmt unsere Umwelt und verschmutzt unsere Meere. Mikroplastik ist inzwischen überall zu finden – sogar in Obst und Gemüse.

Endlich wurde ein EU-Verbot für Einwegplastik beschlossen, welches in allen europäischen Mitgliedsstaaten umgesetzt werden muss, so auch in Deutschland. Aber jetzt, wo es umgesetzt werden soll, setzen die Hersteller alles daran, Ausnahmen zu fordern.

Die EU-Kommission muss sicherstellen, dass das EU-Verbot von Einwegplastik nicht durch Ausnahmen und zugelassene Ersatzstoffe in den Richtlinien verwässert wird!

Unterstützt diese Forderung und unterschreibt jetzt die Petition! https://act.wemove.eu/campaigns/einwegplastik-stoppen

Welt Cleanup Tag am 19. September – Plastikhersteller zur Verantwortung ziehen!

Am 19.09.2020 werden weltweit wieder Millionen von Menschen Müll sammeln gehen und damit ein Zeichen gegen die Verschmutzung unserer Ozeane und an Land setzen. Insbesondere geht es hier natürlich um Plastik, welches unsere Umwelt überflutet und ein massives Problem darstellt. Zusammen mit der Eckernförde Touristik & Marketing GmbH, läd der Bundesverband Meeresmüll e.V. , bereits im vierten Jahr in Folge, zum Strand Cleanup nach Eckernförde ein. Schon jetzt haben sich zahlreiche Schulklassen angemeldet, um diese Aktion tatkräftig zu unterstützen. Das ist großartig!

Neben dem Cleanup werden wir einen Brand Audit in Eckernförde durchführen. Hier werden die Marken, die auf den Verpackungen und Produkten zu sehen sind, zusätzlich dokumentiert. Das hilft dabei, die Unternehmen zu identifizieren, die für die Plastikverschmutzung verantwortlich sind.

Plastik ist kein Müll-Problem, sondern ein Produktions-Problem!

Es beginnt schon bei der Förderung von Erdöl für die Herstellung von Plastikverpackungen und -produkten und verursacht entlang des gesamten Lebenszyklus Schäden an Umwelt, Gesundheit und Klima. Und egal wie sehr wir als Konsument*innen versuchen, den Kauf von Kunststoff zu vermeiden und egal wie viel wir recyceln – bei den aktuellen Produktionsraten von (Einweg-)Plastikverpackungen und -produkten wird das niemals genug sein. Um das Plastikproblem wirklich zu lösen, müssen die hauptverantwortlichen Unternehmen aufhören, unnötiges Einwegplastik herzustellen und zu vermarkten. Sie müssen echte Lösungen entwickeln, sodass keine Einweg-Plastikverpackungen mehr erforderlich sind.

Deshalb sind in den letzten Jahren Menschen auf der ganzen Welt dem Aufruf der globalen #Break Free From Plastik (BFFP) Bewegung gefolgt und haben Hunderte von Brand Audits durchgeführt, um die weltweit größten Umweltverschmutzer herauszufordern. Durch die Kategorisierung und Zählung der Plastikverpackungen und -produkte verschiedener Marken haben sie dazu beigetragen, die Unternehmen zu identifizieren und sichtbar zu machen, deren Müll am häufigsten in den Meeren und an unseren Stränden zu finden sind.

Organisiert auch ihr einen eigenen Brand Audit!

Mehr Informationen zur Durchführung eines Brand Audits und die Ergebnisse der letzten Jahre gibt es direkt von BFFP unter: https://www.breakfreefromplastic.org/brandaudittoolkit/

Übrigens…

Der Bundesverband Meeresmüll e.V. fordert in einem Bündnis von großen zivilgesellschaftliche Akteur*innen die Bundesregierung auf, entschlossenen zu handeln, um die Plastikflut zu stoppen. Die Haftung von Herstellern und Inverkehrbringern für die durch Plastik verursachten Schäden sowie der Stopp der Herstellung und Vermarktung von Einwegprodukten sind Gegenstand der 15 politischen Forderungen zur Lösung der Plastikkrise.

ww.exit-plastik.de

Umweltschützerin des Bundesverbands Meeresmüll inspiriert Masterstudierende der NORDAKADEMIE

Masterstudierende der NORDAKADEMIE befassen sich schon in der ersten Phase ihres Studiums intensiv mit der sozialen und ökologischen Verantwortung von Unternehmen. Die Pflichtveranstaltung „Wirtschaft & Ethik“ mit Prof. Dr. Holger Petersen bietet hierfür in einem 3-Tages-Block viel Raum, um an Beispielen Möglichkeiten der Verantwortungsübernahme aufzuzeigen.

In diesem Rahmen lieferte die Fahrt des Forschungs- und Medienschiffs Aldebaran und die aktuelle Kampagne zur Bekämpfung von Mikroplastik einen willkommenen Anlass, dieses drängende Thema mit Masterstudierenden des Studiengangs Wirtschaftsrecht zu behandeln. Via ZOOM schaltete sich am 25. Juni 2020 Frau Carla Wichmann in die virtuelle Veranstaltung ein. Als Koordinatorin der Kampagne und Leiterin der Geschäftsstelle erläuterte Frau Wichmann anschaulich in einem prägnanten Vortrag, weshalb unser derzeitiger Konsum von Kunststoffprodukten bereits in der Produktion teure, kaum reversible Schäden an Natur und Mensch verursacht. Am Ende mündet der Konsum in der Vermüllung von Gewässern und Böden, wo sich das extrem langlebige Material in Form von Mikropartikeln anreichert, womit erhebliche Gesundheitsrisiken für Menschen, Tiere, Pflanzen und gesamte Ökosysteme einhergehen.

Als Produzenten und Vertreiber von Kunststoffprodukten tragen Unternehmen hierfür neben den Verbrauchern eine maßgebliche Mitverantwortung. An Unternehmensbeispielen aus der Lebensmittelindustrie, des Einzelhandels und der Textilbranche erarbeiteten die Studierenden in Arbeitsgruppen mit Carla Wichmann erste Handlungsempfehlungen zur Vermeidung von Verpackungen, wie beispielsweise durch Mehrwegkonzepte, zur Schließung von Stoffkreisläufen und zur Nutzung alternativer Materialien.

Im Zuge der Gruppenarbeit wurde einerseits deutlich, dass einige Unternehmen, zum Beispiel aus dem Outdoor-Branche oder gewisse Drogerieketten, die Relevanz des Problems für ihr Geschäft erkannt haben und zu einer Eindämmung beitragen. In bestimmten Fällen, wie bei der Vermeidung von intendiert hinzugefügten Mikropartikeln in Körperpflegeprodukten, sind Lösungen relativ einfach zu finden und werden bereits umgesetzt. Andererseits wurde auch bewusst, dass Unternehmen wie Nestlé oder H&M für eine wirksame Kehrtwende viel tiefer in ihre Geschäftsmodelle eingreifen müssen, um die Menge schnelllebiger Einwegprodukte, gesundheitsgefährdender Additive und überflüssiger Verpackungen drastisch zu reduzieren. In einigen Bereichen wie zum Beispiel bei der Konstruktion von Reifen und wetterfesten Textilien ist zudem technischer Innovationsgeist gefragt, um die gewünschten Materialeigenschaften künftig im Einklang mit ökologischen und gesundheitlichen Anforderungen anbieten zu können. 

Schließlich plädierten die Studierenden auch für internationale Reglementierungen, um die Innovationskraft der Unternehmen in die gewünschte Richtung zu lenken.

Näheres zur Kampagne und zur Fahrt der Aldebaran unter: https://bundesverband-meeresmuell.de/elbe-tour-2020/.

Welcher Handlungsbedarf aus Sicht des zivilgesellschaftlichen Bündnisses „Wege aus der Plastikkrise“ auf Ebene der Bundesregierung besteht, um die Plastikflut zu stoppen, lässt sich hier nachlesen: www.exit-plastik.de.