Hoffnungsvoller Zufallsfund: Forscher verbessern plastikverarbeitendes Enzym

Bereits 2016 fanden japanische Forscher auf einer Mülldeponie ein Bakterium, das durch spontane Mutation die Fähigkeit erlangt hatte, sich von Polyethylenterephthalat (PET) zu ernähren. Angesichts der Massen an PET-Flaschen tat sich dem Bakterium somit eine große „ökologische“ Nische auf, die es sich mittels eines völlig neuartigen Enzyms selbst schuf.

Ein 21köpfiges Forscherteam der britischen Universität Portsmouth und des Labors für erneuerbare Energien des US-Energieministeriums hat das Bakterium, insbesondere das entscheidende Enzym PETase, nun näher erforscht. Bei der Untersuchung veränderten die Wissenschaftler das Enzym, um seine Entstehung besser zu verstehen. Dabei entstand jedoch „aus Versehen“ eine verbesserte Version des Enzyms.

Noch ist die absolute Abbauleistung der PETase-Varianten geringt, doch die Arbeit des Forscherteams öffnet den Weg für weitere Verbesserungen – und langfristig möglicherweise einen industriellen Einsatz. Dies hält John McGeehan, Professor in Portsmouth und führender Kopf bei der Untersuchung, für möglich. Sein Team setzt die Forschungen fort.

Da PET und weitere Kunststoffe global in großen Mengen und lokal geballt vorhanden sind, ist es durchaus möglich, dass das japanische Bakterium kein Einzelfall bleibt.

Quellen:
Studie in der Fachzeitschrift „Proceedings of the American Academy of Sciences“ (PNAS)
Bericht im Standard
Studie zum Fund des Bakteriums in 2016 in Science (englisch)

Foto: Wikilmages / Pixabay

 

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