Kunststoffen rundum ausgesetzt: Treffender Kommentar im Guardian

Die Verschmutzung der Umwelt durch Plastik ist kein neues Thema, Bilder von vermüllten Stränden und verendeten Meerestieren sind nicht unbekannt. Ein jüngst in der britischen Zeitung „The Guardian“, bekannt u.a. durch die Spionageaffäre rund um Edward Snowden, erschienener Kommentar rückt angesichts der Debatte um ein Recyclingsystem für Plastikflaschen auf der Insel die Gesamtbelastung mit Plastik im Alltag in den Vordergrund.

Bekanntermaßen ist Plastik aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Die Erscheinungsformen variieren dabei – neben bekannten Formen wie Plastiktüten, Verpackungen und Folien sind Kunststoffe auch z.B. in Kosmetika enthalten und wenn wir allein auf unsere Gebrauchsgegenstände in Büro und Küche blicken, wird uns ihre Allgegenwärtigkeit deutlich. John Vidal, früher als Umweltredakteur beim Guardian tätig, bringt das gesamte Ausmaß, in dem Menschen heutzutage Kunststoffen ausgesetzt sind, besonders deutlich auf den Punkt:

Plastic is now ubiquitous, insidious and impossible to avoid. It makes up our clothes, containers, bottles, electronics, food trays, cups and paints. Our cars depend on it, so do our computers, roofs and drain pipes. It’s the global packaging material of choice. We sleep on it, wear it, watch it, and are in direct bodily contact with it in one form or other all day and night.“

John Vidal, früherer Umweltredakteur des Guardian – Courtesy of Guardian News & Media Ltd

Bekanntermaßen zerfällt Makroplastik unter diversen Umwelteinflüssen zu Mikroplastik (der Bereich des Nanoplastiks ist noch völlig unerforscht). Wie wir an verschiedenen Stellen berichtet haben, findet sich Mikroplastik mittlerweile in allen möglichen Substanzen (etwa Mineralwasser, Leitungswasser) und Umgebungen (z.B. Tiefsee). Wie auch die jüngste Studie zur Plastikbelastung deutscher Flüsse noch einmal festhielt, sind die Auswirkungen von Plastik auf Organismen (darunter der Mensch) noch nicht erforscht. Erwiesen ist jedoch, dass Mikroplastik andere Schadstoffe bindet – im Vergleich zu umliegenden Sediment maßen Forscher der HAW Hamburg eine drei- bis vierfach höhere Belastung. Die über die Nahrungskette wiederum auch beim Menschen angelangt.

John Vidals Schlussfolgerung: Die Menschheit ist an einem Punkt angekommen, an dem punktuelle Aktionen wie ein Verbot von Plastiktüten nicht mehr ausreichen. Er fordert von seiner Regierung einen „umfassenden Plastikaktionsplan“. Und ebenso wie die Kunststoffverschmutzung bereits ein globales Problem ist, sollte auch diese Forderung am besten zügig und auf globaler Ebene aufgegriffen werden.

Zum kompletten Kommentar im Guardian (englisch)

 

Foto: Pixabay/ pasja1000

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