Verhaltener Beifall für EU-Richtlinie

Plastik-Strohhalme

Die Pläne der EU-Kommission zur Verringerung von Plastikmüll in den Meeren sind auf moderate Zustimmung gestoßen. Ausgehend von zehn Einwegprodukten aus Kunststoff, die am häufigsten an den Stränden Europas und in den Meeren gefunden wurden, hatte die Kommission eine Reihe von Vorschlägen unterbreitet, die nun EU-Parlament und dem Europäischen Rat zur Annahme vorliegen. Außerdem sind Fischfanggeräte Gegenstand des Maßnahmenpakets:

Ein Verbot ist vorgesehen für Wattestäbchen, Besteck, Teller, Trinkhalme, Rührstäbchen und Luftballonstäbe aus Kunststoff. Nur noch eingeschränkt zulässig bleiben sollen Einweggetränkebehälter, die Kunststoff enthalten. Eine nicht näher bezifferte Verbrauchsminderung von Lebensmittelverpackungen und Getränkebechern aus Kunststoff soll durch die Mitgliedstaaten sichergestellt werden. Hersteller zahlreicher Kunststoffprodukte (z.B. Tüten, Getränkeflaschen und Zigarettenstummel) sollen in eine erweiterte Verpflichtung für Abfallbewirtschaftung und Säuberung der Umwelt genommen werden, gleichzeitig aber Anreize erhalten, für diese Produkte weniger umweltschädliche Alternativen zu entwickeln. Zudem soll bei Einweg-Getränkeflaschen aus Kunststoff bis 2025 eine Sammelquote von 90 % erreicht werden. Für Fischfanggeräte mit Kunststoff sollen Systeme der Herstellerverantwortung etabliert werden.

Der BUND begrüßte die Vorschläge, forderte neben deren rascher Umsetzung jedoch auch Vorgaben zu in Plastikprodukten enthaltenen Schadstoffen wie Bisphenol A. Der WWF Deutschland bezeichnete den Vorstoß als „notwendigen Feuerwehreinsatz“, der aber nur die Spitze des Eisbergs treffe. Die Organisation fordert insbesondere ein globales „Paris-Abkommen für den Ozean“. Der NABU veröffentlichte anlässlich der EU-Vorschläge Zahlen zum Kunststoffverbrauch im Bereich von Einweggeschirr, -besteck und To-Go-Verpackungen. Der Verbrauch lag demnach 2017 in Deutschland bei 105.524 Tonnen. Trotz Zustimmung für die Maßnahmen im Sinne eines ersten Schritts warnte der NABU vor Verlagerungseffekten von Einweg-Kunststoff auf beispielsweise Einweg-Papier und plädierte für ein materialunabhängiges Mehrweg-Gebot. Der Verband der Kunststoffindustrie Plastics Europe wertete die Vorschläge der EU-Kommission zum Aufbau einer Kreislaufwirtschaft als Schritt in die richtige Richtung und warnte gleichzeitig vor Verboten.

Quellen:
Pressemitteilung der EU-Kommission
Pressemitteilung des BUND
Pressemitteilung des NABU Deutschland
Pressemitteilung von Plastics Europe
Pressemitteilung des WWF Deutschland

Foto: Pixabay / Bilderjet

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